15 Gottesstaat als Sicherheitsrisiko: Iran

Autor: Ulrich Pick

Gottesstaat als Sicherheitsrisiko: Iran

Nach dem Sturz des Schahs von Persien im Jahr 1979 wurde erstmals in der Moderne ein dezidierter „Gottesstaat“ gegründet: Die islamische Republik Iran. Das politische System, das offiziell „Herrschaft des Rechtgelehrten“ heißt, sieht zwar vor, dass das Land eine gewählte, weltliche Regierung hat. Doch an der Spitze des Staates steht ein schiitischer Geistlicher, der sogenannte Revolutionsführer. Er verfügt über uneingeschränkte Macht.

Die Bevölkerung geht auf Distanz zur iranischen „Mullahkratie“

Mittlerweile existiert die iranische „Mullahkratie“ fast ein halbes Jahrhundert. Damit hatten die wenigsten gerechnet. Die Islamische Revolution wurde allerdings nicht – wie erhofft – in andere Länder exportiert, doch gilt Iran als eine Bastion im Nahen Osten, mit wachsendem  Einfluss auf die Politik im Irak, Syrien, Libanon, Palästina und im Jemen.

Innenpolitisch ist die Islamische Republik allerdings angeschlagen. Zwar verfügen die konservativen Geistlichen weiter über Geld, Macht und Waffen. Doch die Bevölkerung geht zu ihrer Politik auf Distanz. Die Moscheen sind so leer wie in keinem anderen Land der Region.

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