13 Russland: Putin und der Patriarch vereint zu alter Größe?

Autorin: Gesine Dornblüth

Russland: Putin und der Patriarch vereint zu alter Größe?

Gemäß der russischen Verfassung sind Staat und Kirche getrennt. Doch in Wirklichkeit bilden die Russisch-Orthodoxe Kirche und der Kreml, namentlich Patriarch Kirill und Präsident Putin, eine enge Allianz. Die Kirchenführung unterstützt die politische Führung öffentlich. Im Gegenzug erhält sie viele Privilegien. Sogenannte „traditionelle Werte“, wie sie die Russisch-Orthodoxe Kirche predigt, sind zu einer Art Ideologie des russischen Staates geworden – als Gegenmodell zum „Westen“.

Russlands Geschichte als ungebrochene Geschichte der Orthodoxie

Staatstragend wird das Ganze zum Beispiel durch die multimediale Ausstellung „Rossija. Moja Istorija“ (Russland. Meine Geschichte), die vor einigen Jahren in Moskau eröffnet wurde und mittlerweile Filialen in mehr als 20 russischen Städten hat. Dort wird Russlands Geschichte als nahezu ungebrochene Geschichte der Orthodoxie dargestellt.

Ein weiteres Beispiel: Russland baut die  Antikenstadt Chersones auf der Krim zu einem „Mekka Russlands“ auf, denn angeblich soll dort Großfürst Wladimir getauft worden sein, der die Heilige Rus, den ersten slawischen Staat, vor mehr als tausend Jahren christianisierte.

Die Russisch-Orthodoxe Kirche wirkt tief in die offizielle staatliche Kultur- und Geschichtspolitik hinein.

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